9. Sport: Dabei sein können ist für alle wichtig

Sport gehört wie Bildung und Kultur zur gesellschaftlichen Teilhabe. Denn Sport bringt Lebensqualität, verbindet Menschen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung ihrer sozialen Beziehungen. Er fördert Selbstvertrauen und das Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten. Er fördert die Gesundheit und die Rehabilitation nach Krankheit und Verletzungen.

Wir sehen die Hauptaufgabe der Sportförderung darin, den Zugang zu sportlicher Betätigung für alle zu ermöglichen, nicht nur für einige wenige. In den Städten und Gemeinden in NRW unterstützt DIE LINKE bereits jetzt Sportentwicklungspläne und Masterpläne Sport dort, wo diese darauf abzielen, allen Interessierten die Möglichkeit zur Teilhabe zu geben. Finanzielle Kürzungen bei der Förderung des Breitensports lehnen wir ab. Sport ist eine öffentliche Aufgabe, der Zugang darf nicht privaten Gewinninteressen untergeordnet werden

  • Was tun?

  • Sport als kommunale Pflichtaufgabe gesetzlich verankern

  • Stärkung der Sportförderung

  • Höhe der Mittel an den Landessportbund verbindlich ins Gesetz schreiben

  • Erhalt und Ausbau öffentlicher Sportanlagen

  • Erhöhung der Landesmittel für Neubau und Sanierung von Sportstätten

  • Höhere Übungsleiterpauschalen vor allem im Kinder- und Jugendbereich

  • Kostenlose Qualifizierungsmaßnahmen für Übungsleiter*innen

Sich gemeinsam bewegen für ein besseres Miteinander

Sport liefert wertvolle Beiträge dazu, Brücken zwischen Menschen zu schaffen, Toleranz zu fördern und Vorurteile abzubauen. Er bietet Chancen für interkulturelle Verständigung und kann dazu beitragen, gesellschaftliche und geschlechtsspezifische Beschränkungen in Frage zu stellen und zu überwinden. Die positiven Auswirkungen des Sports auf die Förderung von Menschen mit Behinderungen sind unbestritten.

Um diese Potentiale zu nutzen, wollen wir die bestehenden Projekte gegen Rassismus und Sexismus, für interkulturelle Arbeit, Inklusion und die Akzeptanz sexueller Vielfalt im Sport ausbauen und ergänzen. Dabei wollen wir die Zusammenarbeit mit dem Landessportbund stärken.

  • Was tun?

  • Flächendeckend barrierefreie Sportanlagen

  • Förderung der Teilnahme von Geflüchteten am normalen Vereinssport

  • Gezielte Ansprache von Bevölkerungsgruppen, die bislang unterrepräsentiert sind

  • Mehr Mittel für Projekte gegen Diskriminierung und Gewalt im Sport

  • Landesweites Programm gegen Homophobie im Sport

Olympia: Eine Scheindebatte

Nachdem sich die Bevölkerung in Hamburg klar gegen olympische Spiele in der Hansestadt ausgesprochen hat, wird nun in NRW diskutiert, dieses Megaevent in unser Land zu holen. Die CDU macht kräftig Stimmung dafür. Die Landesregierung hat sich vorsichtiger, aber auch wohlwollend geäußert.

Bei Licht betrachtet sind die Chancen einer erfolgreichen Olympiabewerbung aber bescheiden. Nicht zuletzt, weil der Deutsche Olympische Sportbund kein Interesse an dieser Bewerbung zeigt. Da das Thema derzeit gar nicht ansteht (das Bewerbungsverfahren für die Spiele 2028 startet erst 2019) ist klar, welchem Zweck die Debatte dient: Mit der Sportbegeisterung der Menschen in NRW soll Wahlkampf gemacht werden.

Aber auch wenn die Aussicht auf Olympische Spiele in NRW irgendwann realistisch würde, sollte man skeptisch bleiben. Denn Olympia hat sich an praktisch allen bisherigen Austragungsorten als vergiftetes Geschenk erwiesen. Explodierende Kosten in Milliardenhöhe, untragbare Auflagen des Internationalen Olympischen Komitees, Korruptionsskandale, die Erfahrung, dass kaum etwas von dem geflossenen Geld in der Region bleibt und vieles mehr trüben die Freude über diese eigentlich schöne Veranstaltung.

DIE LINKE ist der Auffassung, dass eine so folgenschwere Entscheidung jedenfalls nicht über die Köpfe der Menschen hinweg gefällt werden darf.

  • Was tun?

  • Verzicht auf Olympiavorbereitungen zum jetzigen Zeitpunkt

  • Volksentscheid vor dem Start von Bewerbungsvorbereitungen

  • Ausbau des Breitensportes statt Investitionen in Leuchtturmevents