1. Umweltschutz: Sich gemeinsam den Konzernen entgegenstellen

1. Umweltschutz: Sich gemeinsam den Konzernen entgegenstellen

Der Erhalt einer gesunden lebenswerten Umwelt und ein ungezügelter Kapitalismus sind miteinander auf Dauer unvereinbar. Es gibt keinen ökologischen Kapitalismus, denn die kapitalistische Wirtschaftsordnung verläuft ethisch, sozial und ökologisch ungesteuert nach dem Gesetz der Profitmaximierung. Erst nach einer sozialistischen Transformation der wirtschaftlichen Verhältnisse wird es wirklich möglich sein, die Umwelt nachhaltig zu schützen und für unsere Nachkommen zu erhalten. Wir müssen daher den gegenwärtigen politischen Kurs grundlegend verändern. Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen. Die Auswirkungen des Klimawandels zwingen zum Handeln.

Umweltschutz ist für uns nicht nur eine Frage des Lifestyles für Leute, die sich etwas teurere Bioprodukte leisten können. Es geht um Arbeitsbedingungen in Landwirtschaft und Wirtschaft, bei denen die Menschen sich nicht ihre Gesundheit ruinieren – hier bei uns und im Rest der Welt. Es geht um gute Lebensbedingungen für alle Menschen, unabhängig von ihrem sozialen Status – in der Stadt wie auf dem Land. Moderner Tourismus sollte sozial gerecht, barrierefrei, ökologisch sanft und ressourcenschonend sein. Wo wir Urlaub machen, sollen sich später auch andere noch erholen können.

Ökologische Politik müssen wir in NRW vor allem gegen Lobbyinteressen durchsetzen. Die Umwelt darf nicht den Gewinninteressen von Konzernen und Finanzinvestor*innen ausgeliefert sein. Wir wollen vorwärts gewandte Arbeitsplätze und Produktionsweisen voranbringen, die Zukunft haben, statt unsere Zukunft zu bedrohen.

Dabei bleibt uns bewusst, dass im Rahmen kapitalistischer Produktionsverhältnisse mit dem durch den Konkurrenzdruck erzeugten Zwang zur fortwährenden Steigerung der materiellen Produktion eine nachhaltige ökologische Politik und ausreichende Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels kaum möglich sein werden.

  • Was tun?

  • Umweltinitiativen und engagierte Menschen in den Mittelpunkt der Umweltpolitik stellen

  • Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik an strengen Umwelt- und Klimaschutzzielen ausrichten

  • Flächenverbrauch und -versiegelung wirksam reduzieren, Bäume besser schützen, Grünstreifen naturnäher bepflanzen, Fassaden- und Dachbegrünungen sowie die Regenwassernutzung besser fördern

  • Nationalparks, Natur- und Landschaftsschutzgebiete ausweiten

  • Braunkohletagebau beenden, den Hambacher Forst und die übrigen tagebaugefährdeten Landschaften erhalten

  • Kommunen zu Baumschutzsatzungen verpflichten

  • Projekte der ökologischen Selbstorganisation wie „Urban Gardening“ fördern

  • Lärm- und Lichtverschmutzung ernsthaft reduzieren

  • Gefährdung durch Atomanlagen und Fracking bekämpfen

  • Landesentwicklungsplanung für Flughäfen zugunsten der berechtigten Interessen von lärmgeplagten Anwohnern verändern

  • Ökologischer Landwirtschaft den Vorrang geben, „Grüne Gentechnik“ in NRW verbieten

  • Ausbau der Naherholung, Urlaubs- und Erholungsgebiete sollen möglichst durch den öffentlichen Nah- und Fernverkehr erreichbar sein; auch Menschen mit niedrigen Einkommen müssen Reise- und Erholungsangebote nutzen und erreichen können

  • Naturfreundehäuser und vergleichbare Einrichtungen erhalten, um den sanften Tourismus in der Natur zu fördern

  • NRW-Pass für günstigen Eintritt in Schwimmbäder, Theater und Museen

  • Mitnahme von Fahrrädern in Bus und Bahn erleichtern

  • Zugang zu öffentlichen Plätzen, Wäldern und Seen für alle erhalten, Rad- und Wanderrouten ausbauen

  • Stadtranderholung insbesondere für Kinder gewährleisten